Der altsprachliche Zug: "Latein plus"

Das neue Konzept für die Lateinanfänger in der 5. Klasse im altsprachlichen Zweig bedeutet, dass neben Latein als erster Fremdsprache parallel Englisch unterrichtet wird, wodurch an die in der Grundschule erworbenen Kenntnisse der englischen Sprache angeknüpft wird. Gleichzeitig ermöglicht dieses Modell eine größere Flexibilität bei einem eventuellen Schulwechsel.

"Latein plus" lebt von dem Kontrast und Vergleich von alter und neuer Fremdsprache: Während der Lateinunterricht eher analytisch angelegt ist und seine Schwerpunkte bei Spracherwerb, Sprachbetrachtung, Texterschließung und Übersetzen liegen, steht im Englischen zunächst die Kommunikation im Vordergrund. Gemeinsame Projekte in beiden Sprachen werden dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für beide Sprachen zu vertiefen.

Die dritte Fremdsprache, die im altsprachlichen Zweig verpflichtend ist, setzt in der 8. Jahrgangsstufe ein. Hier besteht dann die Wahl zwischen Griechisch und Französisch. Diese dritte Pflichtfremdsprache wird dann zum Hauptfach, Englisch zum Nebenfach, was in der Zeugnis- und Versetzungsordnung von Bedeutung ist. Besonders interessierten Schülerinnen und Schülern ermöglichen wir das Erlernen einer weiteren Fremdsprache, wobei das Französisch oder Italienisch sein könnte, je nach bisheriger Sprachenwahl.

 

Trinkbecher aus Augusta Treverorum – Exportschlager aus Trier!

Exkursion der Klasse 8d ins Rheinische Landesmuseum zu vielen interessanten Ausstellungsstücken

Am 31.10.19 machte sich die Klasse 8d, gemeinsam mit den Lateinschülern der Klasse 8b und c, unter der Leitung unserer Geschichtslehrerin, Frau Bahr, und unserem Lateinlehrer, Herr Frisch, auf den Weg, um sich im Rheinischen Landesmuseum die Ausstellung „Spot an! Szenen einer römischen Stadt“ anzuschauen.

Im Museum angekommen, wurden sie in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhielt eine Tasche mit Arbeitsmaterialien passend zur Ausstellung. Die Themen waren: Porta Nigra, Kaiserthermen, Konstantin-Basilika, Amphitheater, Marktplatz (Forum), Tempel im Altbach und Gräber St. Maximin. An jeder Station wurde ein ganz besonderes Fundstück mit einem Spot in den Mittelpunkt gerückt. Sobald die Gruppen aufgeteilt waren und jeder das nötige Material erhalten hatte, sollten die Schüler eine Zeichnung anfertigen, dort mussten sie zeigen, wie ihr Bauwerk zur damaligen Zeit ausgesehen haben könnte. Die dabei entstandenen Zeichnungen wurden dann an der jeweiligen Station vorgestellt.

Die erste Station beschäftigte sich mit der Römerbrücke. Dort erfuhren die Schüler und Schülerinnen, dass man mit Hilfe der sogenannten Dendrochronologie herausfinden konnte, wie alt die Holzpfeiler sind. Dies wird an den Jahresringen eines Baumstammes abgelesen. Die Stämme konnten auf das Jahr 17 v. Chr. datiert werden, außerdem wurde in der Ausstellung ein „Eiserner Schuh“ vorgestellt. Er umfasste das Holz und spitzte sich nach unten zu, so dass man die Holzpfeiler besser in den Boden rammen konnte. Die Römer haben große Städte wie ein Schachbrett aufgebaut, welches in diesem Fall von der Brücke aus angelegt wurde.

In der zweiten Station ging es um die Wasserversorgung, die über öffentliche Brunnen erfolgte, da die normalen Bürger keine private Wasserversorgung hatten. Dies war ein Privileg, welches nur Reichen vorbehalten war. Die Römer mussten sich aber auch waschen. Dies geschah in den Thermen, doch dort wurde auch gehandelt. Frauen mussten sich ihre Haare in den Thermen hochstecken, dies belegen Haarnadeln, die man häufig in Abflüssen fand. Wasserspeier oder Brunneneinfassungen in Tierform zeigten den Reichtum mancher Häuser.

Bei Station 3 lernten die Schülerinnen und Schüler etwas über das Amphitheater. Es war ein beliebter Treffpunkt der Römer, um ihre Freizeit dort zu verbringen und den Gladiatoren zuzuschauen. Auch wenn die Spiele teilweise sehr brutal waren, war es Kindern erlaubt, ebenfalls das Amphitheater zu besuchen. Meist lag das Amphitheater außerhalb, da es zu Lärm- und Verkehrsproblemen führte. Da man berühmte Gladiatoren verewigen wollte, ritzte man sie häufig in Öllampen ein. Eine solche Öllampe befindet sich auch in der Ausstellung. Kaiser Konstantin bereitete den Spielen jedoch ein Ende, da sie mit ihrer Grausamkeit nicht in das Konzept der Christen passten.

In der vierten Station ging es um die prächtigen Mosaike, die viele Römerbauten von innen schmückten. Häufig war die Kombination von Mosaiken und Bildern, die mit Farbe in den noch nicht ganz getrockneten Putz gemalt worden waren (auch Fresken genannt). Auf dem Fundstück im Museum ist ein griechischer Philosoph mit Namen Anaximander zusehen. Er soll die Sonnenuhr erfunden haben.  

Die fünfte Station beschäftigte sich mit dem wohl berühmtesten römischen Bauwerk Triers, der Porta Nigra, übersetzt: Schwarzes Tor. Sie war das größte Stadttor von Trier und ist 170 n. Chr. erbaut worden (dies belegt ein Stück Holz aus dem Fundament der Mauer). Neben ihr gab es drei weitere Stadttore, die leider nicht mehr erhalten sind, da diese im Mittelalter abgerissen wurden. Damals brauchte man die Steine für den Bau neuerer Häuser. Die Porta wurde dann zur Kirche umgewandelt, in der sich der Einsiedler Simeon niedergelassen hatte. Die Tore waren früher in die Stadtmauer eingearbeitet, doch um eine solche Mauer zu bauen benötigte man die Erlaubnis des Kaisers.

Die sechste Station beschäftigte sich mit dem Tempelbezirk im Altbachtal unweit unserer Schule und mit dem Theater. Die Römer waren, was andere Religionen anging, ziemlich tolerant; so durfte jede Religion ihren eigenen Tempel errichten und dort Skulpturen ihrer Götter aufstellen. Das Theater war eng mit dem Glauben verbunden, denn dort wurden Mythen, in denen Götter eine Rolle spielten, vorgeführt. Ein Fundstück zeigt, dass es besondere Ehrenplätze gab, auf denen der Name des Besitzers stand.

In der nächsten Station ging es um den Marktplatz (lateinisch: Forum). Das Forum war das gesellschaftliche Zentrum der damaligen Zeit. Hier wurde Politik betrieben, Recht gesprochen, aber auch gehandelt, zum Beispiel mit Raben, Spargel, Pfeffer und Trinkbechern. Die schwarzen Trinkbecher kamen ausschließlich aus Trier und wurden von dort ins ganze Reich exportiert. Sie hatten meist Aufschriften wie „frui me“ (Genieße mich!), „reple“ (Fülle mich wieder!) oder „bibe“ (Trink!). Damals wie heute wurde aber auch betrogen: Es gab Falschmünzen, diese waren daran zu erkennen, dass sie dicker und nicht abgerundet waren.

Die Konstantin-Basilika war das nächste Thema. Dort empfing Kaiser Konstantin seine Gäste. Er residierte fast 20 Jahre in Trier, bis er seinen Amtssitz im 4. Jahrhundert in den Osten nach Konstantinopel, heute Istanbul, verlagerte. Die Basilika sollte Respekt einflößen und war deshalb sehr groß, außerdem besaß sie eine Wand- und Fußbodenheizung. Von innen war sie komplett mit bunten Steinen ausgelegt, einige davon fand man – sie sind in der Ausstellung zu sehen.

Die neunte und letzte Station beschäftigte sich mit den römischen Gräbern in St. Maximin. Zur Zeit Konstantins gab es viele christliche Gräber, da er das Christentum zur Staatsreligion erklärte. In der heutigen Paulinstraße gab es viel heidnische Gräber, denn die Römer begruben ihre Toten außerhalb der Mauern – aus hygienischen Gründen und Platzproblemen. So fungierte die heutige Paulinstaße als Gräberstrasse. Heidnische Gräber waren in der Regel größer und prunkvoller als christliche. Die Römer machten auch mit Hilfe der Gräber auf sich und ihre Familien aufmerksam. Es wurde unter anderem eine gläserne Urne gefunden, in der die Asche eines verstorbenen Römers aufbewahrt wurde.

Die Ausstellung brachte den Lateinschülern das römische Leben in Trier näher.

Lilly Simon (8b)

Kontakt

Friedrich-Wilhelm-Gymnasium
Olewiger Straße 2
54295 Trier


Tel.: 0651 / 966 383 - 0
Fax: 0651 / 966 383 - 18
E-Mail: verwaltung(at)fwg-trier.com
Internet: www.fwg-trier.com

zum Kontaktformular

Partnerschaften/Programme