Der Latein-LK der MSS 11 auf den Spuren der Römer in Trier

Der Latein-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 11 unter der Leitung von Herrn Simon erlebte gleich zu Beginn der MSS am Montag, den 17. August 2026, eine exklusive Besichtigung einer aktuellen archäologischen Ausgrabungsstätte in dem dem Friedrich- Wilhelm-Gymnasium nahegelegenen Gartenfeld in der Agritiusstraße.

Der Latein-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 11 unter der Leitung von Herrn Simon erlebte gleich zu Beginn der MSS am Montag, den 17. August 2026, eine exklusive Besichtigung einer aktuellen archäologischen Ausgrabungsstätte in dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium nahegelegenen Gartenfeld in der Agritiusstraße. Pünktlich versammelte sich der kleine Stammkurs, um gemeinsam den kurzen Weg zur Grabungsstätte anzutreten, wo der Neubau einer Sparkassenfiliale geplant ist. Vor Ort empfing das Ausgrabungsteam die Gruppe und veranschaulichte zunächst anhand einer Rekonstruktion die Lage des Grundstücks Agritiusstraße 2-4 innerhalb der ehemaligen römischen Stadtmauern. Schnell wurde klar, wie viel Umsicht bei Baumaßnahmen in einer geschichtsträchtigen Stadt wie Trier geboten ist, um antike Strukturen nicht zu zerstören. Das sechsköpfige Team gab dabei auch einen kurzen Überblick über die Organisation der Denkmalpflege als Ländersache und die Arbeit auf einer Grabung, sowie den Werdegang zum Archäologen.

Ein auffälliger Befund an dieser Stelle war - so das Grabungsteam - das antike Bodenniveau, welches hier im Vergleich zu anderen Grabungsstellen im Großraum Trier recht hoch und nah unter der heutigen Oberfläche lag. Da sich die Baustelle zudem direkt auf der Rekonstruktion des antiken Circus Maximus befindet, kam eine zentrale baugeschichtliche Erkenntnis zur Sprache: Da hier wie auch bei früheren Grabungen im nahen Umfeld keine für das Gegenteil ausschlaggebenden Steinreste der Rennbahn nachgewiesen werden konnten, gilt inzwischen die Theorie als gängig, dass die Zuschauerränge im Wesentlichen aus Erdanhäufungen bestanden haben müssen, auf denen lose Tribünen angebracht wurden. An baulichen Überresten vor Ort zeigte das Team dem Kurs teils erhaltene römische Kellermauern, an denen noch ein Treppenansatz zu erahnen war. Ein ebenfalls freigelegtes Brunnenhaus war zum Zeitpunkt der Besichtigung schon wieder zugeschüttet. Zudem konnten die Schülerinnen und Schüler einige noch nicht abtransportierte Originalfunde wie spätrömische Münzen, eine antike Haarnadel und den Ausgießer eines römischen Gefäßes betrachten.

Darüber hinaus erwähnte das Team eine Theorie zur Vorgeschichte des Ortes. Vor der römischen Stadtgründung gab es im Trierer Tal nach heutigem Kenntnisstand keine größere Siedlung, sondern höchstens vereinzelte Gehöfte, für die der Begriff ,,Oppidum‘‘ zu bedeutsam wäre. Da die römischen Befunde auf der Fläche nun weitgehend erforscht und akribisch dokumentiert sind, gräbt das Team aktuell noch tiefer, um in den darunterliegenden Schichten nach präromanischen Spuren wie etwa keltischen Zaunpfahl- oder Pfostenlöchern zu suchen. Highlight und Abschluss der Besichtigung war das Angebot, selbst aktiv zu werden und mit einem Metalldetektor einen Aushubhaufen nach verborgenen Metallresten abzusuchen; diesem gingen zwei Schüler des Kurses nach. Mit vielen neuen Erkenntnissen über die Trierer Stadtgeschichte kehrte der Leistungskurs schließlich gut gelaunt an das FWG zurück.

(Marius Brisch, Latein-LK 11)

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