
Als Erdkundelehrer mit entwicklungsgeographischem Schwerpunkt war ich gleich begeistert, als die Geschäftsführerin der sich schon lange in Malawi engagierenden Stiftung „Zikomo“, Annette Peters, bei unserer Schulleitung anregte, eine Schulpartnerschaft mit einer malawischen Schule zu beginnen. Bald schon war klar, dass es notwendig wäre, direkt vor Ort Kontakte zu knüpfen und mit Kollegium und Schulleitung über die Ausgestaltung der Partnerschaft zu sprechen. Also fand ich mich kurze Zeit später tatsächlich in der Central Region Malawis nahe der Hauptstadt Lilongwe wieder. Die Schulgemeinschaft der Mpingu CDSS (Community District Secondary School) bereite mir einen sehr herzlichen Empfang. Nachdem ich mir zunächst eine Englischstunde einer malawischen Kollegin anschauen durfte, war ich anschließend selber an der Reihe. Vor einer Klasse von 60 (!) 15-17-jährigen Schülerinnen und Schülern berichtete ich von Deutschland und brachte viele Fragen meiner FWG-SchülerInnen mit, die die jungen Malawier mit Begeisterung beantworteten. Die Videos, die meine 6. und 12.Klässler in Trier gedreht hatten, stießen natürlich auf besonders großes Interesse. In den Beratungssessions mit Kollegium und Schulleitung lernte ich engagierte Lehrer kennen, die sich auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit dem FWG freuen. Ich durfte vielen Menschen begegnen, die mich trotz für uns unvorstellbarer Rahmenbedingungen (kein Strom, kein Internet, kaum Schulmaterialien, sehr große Klassen, lange Schulwege zu Fuß, Armut und Hunger) durch ihre Offenheit und Lebensfreude tief beeindruckten. Ich freue mich darauf, nun mit einigen auch aus der Distanz in Kontakt zu bleiben und weitere Begegnungen zwischen Mpingu- und FWG-SchülerIinnen und Lehrkräften zu ermöglichen.
Durch die enge Kooperation mit der Stiftung „Zikomo“ und der lokalen malawischen Nichtregierungsorganisation Moyo Ngwathu lernte ich auch einige Entwicklungsprojekte im Umfeld der Schule kennen. So war ich bei der Verteilung von Nahrungsmittelhilfen an sehr arme Haushalte dabei, wurde in ein überzeugendes nachhaltiges Landwirtschaftsprojekt eingeführt und konnte mich mit Mitgliedern eines dörflichen „Water Committees“ unterhalten, die sich um die Pflege eines von der Hilfsorganisation errichteten Trinkwasserbrunnens kümmerten. Auch diese Kontakte zu den Mitarbeitern von Moyo Ngwathu werden sicher in Zukunft so einige Erdkundestunden auf authentische Weise bereichern.
Nach den sehr bewegenden Eindrücken meiner Malawi-Reise, bin ich überzeugt, dass die nun entstandenen Kontakte eine Bereicherung für das FWG darstellen werden und sicher auch in Zukunft Lehrkräften und SchülerInnen ermöglichen, über den eigenen FWG-Tellerrand zu schauen 😊
(Thorsten Walter)